Direkt zum Hauptbereich

WHAT'S ON: Aufmerksam durch das neue Semester


Wer vom Bahnhof Bern aus über die Lorrainebrücke fährt, erblickt auf der rechten Seite einen Mann mit Hund. Folgt man ihrem wachen Blick, sieht man auf der gegenüberliegenden Strassenseite eine Muschelkalk-Frau sitzen, die ihren Arm schützend um ein Reh legt. Ihre Haltung ist aufrecht, die Augen weit geöffnet, in Alarmbereitschaft auf den Mann und den Hund gerichtet. Der Mann erkennt den Grund ihrer Beunruhigung und hält mit seiner rechten Hand den Hund fest. Durch die gegenseitige Aufmerksamkeit sind die beiden Kunstwerke von Paul Kunz trotz ihres räumlichen Abstandes in einem emotionalen Austausch.

Ich wünsche uns allen für das kommende Semester, dass wir in der aktuellen Situation aufmerksam bleiben, bewusst unser Wirken in der Welt reflektieren und die Verbindung miteinander aufrechterhalten. 

In unseren Veranstaltungen möchten wir dich inspirieren, in verschiedenen Zusammenhängen aufmerksam zu werden.

Im Namen des Forum-Teams
Kirsten Raufeisen, Mitarbeiterin Ref. Forum


(Bild: Ricci Speziari)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

SPIRITUALLY: Mit der Angst am Tisch

Mein Gefühlshaushalt war während den vergangenen Wochen eigentlich kaum von der Angst bewohnt und Corona für mich kein Schrecken. Das änderte sich, als die Philosophin Carolin Emcke in der TV-Sendung «Sternstunde Philosophie» die Corona-Krise als «welthistorische Zäsur» deutete. Was, wenn nach dieser Krise vieles, was mir wichtig ist, nie mehr so sein wird wie vorher? Was, wenn die Abstandmassnahmen bleiben, grosse Sportveranstaltungen nicht mehr möglich sind, Feste nur noch auf Sparflamme gefeiert werden können, digitale Überwachung zum Muss wird und das Leben zwischen den Menschen insgesamt distanzierter, kälter, ärmer?  - Schrecklich!  Ja, die Angst ist seither eine Besucherin geworden, die ab und zu unangemeldet vorbeikommt. Ich habe mich entschieden, ihr nicht die Türe zu weisen. Manchmal lade ich sie (mit den üblichen Abstandsmassnahmen selbstverständlich) an den Tisch und versuche zuzuhören, was sie mir zu erzählen hat. Und da geht mir auf, dass ich von der Angst erf

SPIRITUALLY: Leben im Dilemma

Die Corona-Krise fordert uns heraus, mit Dilemma-Situationen zurande zu kommen. Ein persönliches Dilemma: Meine Nichte lebte bis vor kurzem bei ihren Grosseltern. Nun ist sie ausgezogen, weil sie eine Ansteckung der alten Leute vermeiden will. Die Grosseltern sind traurig. Sie vermissen die Fröhlichkeit und den frischen Wind, den die junge Enkelin ins Haus gebracht hat. Das Dilemma zwischen einer möglichen Schuld an der Erkrankung des Grosis und der Tatsache, dass die Grosseltern jetzt mehr Einsamkeit aushalten müssen.  Das grosse Dilemma: Die gegenwärtigen behördlichen Massnahmen zielen darauf ab, die Überlastung des Gesundheitssystems und den Tod vieler Menschen am Virus zu verhindern. Auf der anderen Seite haben die Anordnungen für sehr viele Menschen drastische existenzielle Folgen, führen zu häuslicher Gewalt, seelischen Nöten und einsamem Sterben. Das Dilemma zwischen der maximalen Sorge um das Überleben Infizierter und der möglichst grossen Vermeidung von sozialen un

PERSONALLY: Ein Corona Lemon, bitte!

In Anlehnung an "Lemon Tree " von Fools Garden   Ich sitze hier im Arbeitszimmer.   Chaotisch, deprimierend und voller To- Dos .   Es ist Corona Zeit .   Ich bin zu Haus.   A ls hätt’ ich ni x zu tun .   W art ’ ich drauf, dass. . .   A ber ni x passiert. Es ist Shut Down …   Ich würde gerne irgendwo hinfahren, reisen und mal wieder meinen Blickwinkel ändern. Ich würde gerne (neue) Leute treffen und Feste feiern. Ich würde gerne mal wieder Face-t o- Face nutzen, nicht nur FaceTime. Gestern, da war der blaue blaue Himmel, so erzählen wir uns . Es war toll, und wir waren frei(er). U nd jetzt? Jetzt sehe ich nur den Zitronenbau m. Drehe mich im Kreis bzw. den eigenen vier Wänden. Gehe auf und ab, hin und her und sehe: nur den Zitronenbaum.   Ich sitze hier, vermisse die Energie. Eine dunkle Wolke vernebelt meine Gedanken. Ich bin müde und der Situation überdrüssig. Isolation ist n icht gut für mich. Isolation… Ic