Direkt zum Hauptbereich

Posts

WHAT'S ON: Minimalismus - weniger ist mehr!

  Dem Duden entnehme ich, dass Minimalismus folgende Bedeutung hat: bewusste Beschränkung auf ein Minimum, auf das Nötigste .  Klingt wunderbar. Ein Leben, dass sich auf das Nötigste beschränkt - um bestenfalls Platz frei zu machen für wirklich wichtige Dinge.  Doch halt! Was ist denn überhaupt wirklich wichtig? Und vor allem: Was ist denn nötig? Es macht wohl Sinn, erst einmal bewusst zu reflektieren, was denn für mich persönlich wichtig ist im Leben, bevor ich damit beginne, Platz für etwas zu schaffen, das ich selbst nicht eindeutig benennen kann. Eine Frage, die wohl jede*r für sich zu ergründen hat. In diesem Blogbeitrag kann ich nur aufführen, was bis anhin für mich wichtig geworden ist und ich als nötig erachte. Reflexionen, welche vielleicht zu einer eigenen persönlichen Untersuchung dieser Fragen anstossen. Für mich wichtig ist es, da sein zu dürfen – das Leben erleben lernen. Klingt wunderbar – vor allem wunderbar schwammig. Aber was kann mehr dabei helfen, als wenige
Letzte Posts

WHAT'S ON: Aufmerksam durch das neue Semester

Wer vom Bahnhof Bern aus über die Lorrainebrücke fährt, erblickt auf der rechten Seite einen Mann mit Hund. Folgt man ihrem wachen Blick, sieht man auf der gegenüberliegenden Strassenseite eine Muschelkalk-Frau sitzen, die ihren Arm schützend um ein Reh legt. Ihre Haltung ist aufrecht, die Augen weit geöffnet, in Alarmbereitschaft auf den Mann und den Hund gerichtet. Der Mann erkennt den Grund ihrer Beunruhigung und hält mit seiner rechten Hand den Hund fest. Durch die gegenseitige Aufmerksamkeit sind die beiden Kunstwerke von Paul Kunz trotz ihres räumlichen Abstandes in einem emotionalen Austausch. Ich wünsche uns allen für das kommende Semester, dass wir in der aktuellen Situation  aufmerksam   bleiben, bewusst unser Wirken in der Welt reflektieren und die Verbindung miteinander aufrechterhalten.  In unseren  Veranstaltungen  möchten wir dich inspirieren, in verschiedenen Zusammenhängen aufmerksam zu werden. Im Namen des Forum -Teams Kirsten Raufeisen, Mitarbeiterin Ref. Forum (Bild

PERSONALLY: Inspiration

  Inspiration   Woher ziehe ich Inspiration? Ich ziehe sie aus meiner Faszination aus eigenen Gefühlen  oder von andern, die mich beflügeln.   Ich beobachte und betrachte wie Dinge wirken und sich entfalten.   Was sie bewirken, tu ich verraten.   Was ich aus mir und andern zieh, tu ich behalten und dann gestalten.   Sie bringen mir Freude, und machen mich froh. Und daraus erzeuge Ich Texte, die so Etwas Eignes haben In diesen kargen Tagen. André Lourenco (Assistent Ref. Forum, stud. Religionswissenschaft)

PERSONALLY: Unerfüllte Weihnachten

  Liebe Studierende, liebe Freund*in des Forums Das Weihnachtsfest, seine Bräuche und Rituale sprechen unsere Sinne an. Mannigfaltige Lichter in, um und an den Häusern entzücken. Guetzli und Glühwein sind eine Gaumenfreude. Düfte von Kerzen, Nelken, Weihrauch kitzeln die Nase. Viele singen, man nimmt sich Zeit für Konzerte. Die stacheligen Nadeln kratzen beim Schmücken des Baumes an den Händen. Weihnachten ist das Fest, das unsere Leiblichkeit wie kein anderes involviert. In den vielen Bräuchen spiegelt sich die spirituelle Bedeutung des Festes: G*tt wird leiblich! Er/sie hört auf ein philosophisches Prinzip, eine moralische Instanz oder ein despotischer Herrscher zu sein. Sie/er erscheint als Neugeborenes in einem einfachen Stall. G*tt kommt uns sinnlich, leiblich nahe in einem Kind, das menschliche – unsere! - Nähe und Fürsorge benötigt, um wachsen zu können. Wahrlich eine wundersame Umkehr üblicher Vorstellungen von Göttlichkeit! Weihnachten – das Fest der Sinne, der Leiblichkeit, d

VIELLEICHT - EINE FORTSETZUNGSGESCHICHTE

  «Sieh dich an.» Mit einer kapitulierenden Handgeste schlägt sie die Luft vor sich runter und senkt zeitgleich ihren Blick. Ein kurzer, etwas zurückhaltender Seufzer entweicht Frau Marianne G., nachdem sie sich reden hörte. Sie stützt sich an der Tür und verlässt das Badezimmer. In galoppartigem Schleichtempo schreitet sie in das Wohnzimmer und sucht nach ihren Zigaretten. «Da seid ihr!», spricht sie in einem bemerkenden Tonfall aus. Sie greift nach einer Zigarette, öffnet die Tür zum Balkon und schreitet hinaus zum Geländer. Während sie raucht, lässt Marianne ihren Blick gerne durch die Gegend schweifen. Sie erinnert sich meistens nicht mehr an ihre Gedanken. Sie erinnert sich noch gut an Dinge. Sie ist nicht vergesslich - zumindest denkt sie das. Sie ist eher der Überzeugung, dass ihr keine neuen Gedanken mehr kommen. Vielen Gedankensorten ist sie schon auf diesem Balkon begegnet. In letzter Zeit werden die Gedankensorten überschaubarer. Marianne fühlt, wie eine engstirnige Wahrnehm

PERSONALLY: (Auch) Nähe schützt Leben!

  Ich wusste zwar, was ich sagen wollte, konnte aber nicht mehr richtig sprechen. Auf einmal kamen nur noch zerquetschte Worte über meine Lippen. Ich konnte mich nicht mehr verständlich machen. «Wortfindungsstörung», schoss es mir durch den Kopf! Typisches Symptom eines Hirnschlages! In mir stieg Todesangst auf. Jetzt sterbe ich womöglich. Einfach hier, an diesem Schreibtisch, an einem ganz normalen Tag. – Die Wortfindungsstörungen liessen bald nach. Die anschliessende Untersuchung im Spital ergab zum Glück, dass diese Beeinträchtigung ein neuartiges Symptom der mir sonst bekannten Migräne war – und grundsätzlich nicht gefährlich. Ich atmete auf. Aber die Erfahrung der Todesangst hallt in mir nach, insbesondere ihr Inhalt: Dass ich nämlich meine Lieben nicht mehr sehen würde. Jetzt würde ich einfach hier sterben, ohne je mich von ihnen verabschieden zu können. Todesängste sind wohl Erfahrungen der fundamentalsten Art, die Menschen machen können. Jenseits unseres kognitiven Zugangs

WHAT'S ON? - VOTE!

  Was ist eigentlich das Gegenteil von «Lockdown» oder «Shutdown»? – «Lockup»? «Shutup»? Das erinnert an amerikanischen Wahlkampfwortschatz. «Startup» tönt nach ehrgeiziger Firmengründung. «Open up»? Schon eher.  Auch wenn die Hochschulen geschlossen sind: Das Forum ist geöffnet – und wie immer offen für deine Vorschläge und Anregungen. Wir haben eine kleine Umfrage gestartet, um herauszufinden, was Studierende in diesen Coronazeiten wirklich brauchen. Mit deinen Angaben hilfst du uns dabei, herauszufinden, mit welchen Mitteln und Massnahmen wir euch in den Wochen bis zu einer nachhaltigen Beruhigung der Lage unterstützen können.  Vielen Dank für deine Teilnahme ! In letzter Zeit haben wir kreative Lösungen gefunden, wie wir in diesem Semester auch weiterhin für dich da sein können. Manche unserer geplanten Veranstaltungen mussten wir unter den gegebenen Umständen absagen oder verschieben.  Andere werden online d urchgeführt:  Gott im Leid?  ist ein spannender Online-Workshop zur

PERSONALLY: 2020 ist «mein Jahr»

Kürzlich blätterte ich in meiner Agenda, um, wie so oft, die kommenden Wochen zu planen. Plötzlich hatte ich den 31. Dezember erreicht und stellte fest, dass das Jahr nur noch drei Monate lang ist. Oh Schreck. Nun gut, 2020 war ja wirklich ein, sagen wir, «spezielles» Jahr. «2020» ist mittlerweile zu einer eigenen Zuschreibung geworden, zu einer Metapher für alles, was schiefgehen kann. Zugegeben, 2020 war bisher nicht so, wie wir uns das wohl alle vorgestellt hätten. Die Zukunft ist ungewiss, ein Ende nicht absehbar. Manchmal ertappe ich mich bei der Frage, ob ich meine Zwanzigerjahre ohne «Die-Welt-entdecken», ohne Tanzen bis zum Morgengrauen und statt mit Menschen mit Abstandhalten verbringen möchte. Die naheliegende Antwort lautet natürlich Nein. Wenn ich die Frage allerdings umformuliere in: «Möchte ich meine Zwanzigerjahre voller Hoffnung und Vorfreude auf die Zukunft verbringen und auf dem Weg zu optimistischen Zielen aus Missgeschicken und Fehlern lernen?», dann klingt die Antw

SPIRITUALLY: Mit der Angst am Tisch

Mein Gefühlshaushalt war während den vergangenen Wochen eigentlich kaum von der Angst bewohnt und Corona für mich kein Schrecken. Das änderte sich, als die Philosophin Carolin Emcke in der TV-Sendung «Sternstunde Philosophie» die Corona-Krise als «welthistorische Zäsur» deutete. Was, wenn nach dieser Krise vieles, was mir wichtig ist, nie mehr so sein wird wie vorher? Was, wenn die Abstandmassnahmen bleiben, grosse Sportveranstaltungen nicht mehr möglich sind, Feste nur noch auf Sparflamme gefeiert werden können, digitale Überwachung zum Muss wird und das Leben zwischen den Menschen insgesamt distanzierter, kälter, ärmer?  - Schrecklich!  Ja, die Angst ist seither eine Besucherin geworden, die ab und zu unangemeldet vorbeikommt. Ich habe mich entschieden, ihr nicht die Türe zu weisen. Manchmal lade ich sie (mit den üblichen Abstandsmassnahmen selbstverständlich) an den Tisch und versuche zuzuhören, was sie mir zu erzählen hat. Und da geht mir auf, dass ich von der Angst erf